The Leyens Family History

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Leyens Family Tree

Leyens Family History

Leyens Family History (Deutsch)

The Gerson Family

Press Cuttings of the Leyens Family, Erkelenz

Testimony of Heinz Samuel

Birth Certificate of Laura Leyens

Friendship Book of Laura Leyens

A Photograph Album

Die mütterliche Seite

 

Der erste, der mir aus dem geschlecht der Mutter bekannt wurde, ist der Ur-Urgrosvater Andreas (Anschel) Leyens, der in Schwanenberg Kreis Erkelenz, wohnte. Er war Handelsmann und seine Frau Helene (Leie auf Hebräisch) Nathan stammte aus dem dorf Lenholt bei Schwanenberg. Er soll der erste Träger des Namens Leyens gewesen sein. Zu seiner Zeit musten die Juden Familiennamen annehmen. Vor den Bürgermeister gerufen, erklärte er: "Ich will nach meiner Frau heißen, da ich sie so gern habe. Aus "die Leie" wurde so "der Leien"und später Leyens. Der Sohn Lambert in Holland hat sicher den Namen in dieser Form zuerst geschrieben. Über sas Alter der Ur-Urgroßeltern konnte ich nichts erfahren. Sie ruhen Beide auf dem Friedhof zu Lentholt. Ihre Kinder waren: Josef, Chajim, Abraham und Lambert. Sie sollen alle schöne große Männer gewesen sein. Josef hat die Schlacht an der Katzbach als Freiwilliger Freiheitskämpfer mitgemacht. Er wurde verwundet, und an den Folgen starb er schon in jungen Jahren. Nach der Rückkehr aus dem feldzuge hatte ehr sich mit Sibille Heymann aus Tetz bei Jülich verheiratet. Ihrer Ehe entsprossen fünf Kinder. Die Tochter Eva wurde meine Großmutter. Berta heiratete den Levi Salomon aus Matzerath bei Erkelenz, wosie wohnten. Der Mann wahr jedoch vom Oberrhein gebürtig. Sie hinterließen 8 kinder. Sabine blieb unverheiratet bei den Brüdern Hermann und Gottschalk und der Mutter. Diese wurde weit in 80 Jahre alt. An die "Onkel" Hermann und Gottschalk kann ich selbst mich noch gut erinnern. Ihren Lebensland beschlossen Sie im Hause ihres Neffen, meines Onkels Gottschalk Leyens in Schwanenberg. Der zweitgenannte Sohn der Ur-Urgroßeltern Chajim, der eine Holländerin namens Ethel geheiratet hatte, müß früh gestorben sein. Meine Mutter kann sich seiner nicht mehr erinnern. Tante Ethel war eine feine, gebildete dame, die nur hochdeutsch sprach. Eine Seltenheit in jener Zeit. Sie sah aus wie ein Rokokofigürchen und war stets weiß oder hell gekleidet. Der dritte Sohn Abraham wohnte in Gerderhahn bei Schwanenberg. Er war dort verheiratet. Seinen Sohn Andres kannte ich auch noch. Seine Tochter Ester wurde die zweite frau meines Großvater, die erst 1894 starb. der letzte Sohn Lambert war mein Urgroßvater. In jungen Jahren war er nach Sittard in Holland in die Lehre gekommen. Er muß sehr schön gewesen sein. Helles Haar und blaue Augen. Die Tochter seines Brotherrn, Veronika Friederiker verliebte sich in ihn. Man erzählt, daß die Eltern und die reiche Verwandtschaft damit aber nicht einverstanden waren. Das Mädchen habe aber nicht locker gelassen und eines schönen Tages sei das Paar verschwunden gewesen. Die Eltern, von der Tiefe der Liebe wohl überzeugt, gaben dann später ihre Einwilligung zur Heirat. Inzwiwar Lambert Soldat in Berlin. An einem Feiertag war er auf dem Wege zur Synagoge - so erzählt seine Enkelin, meine Mutter - da begegnet ihm der König Friedrich Wilhelm IV. "Wo geht er hin Grenadier?" "Ich gehe bäten, Majestät." "Dann bät er auch für mich, Grenadier!" "Zu Befahl, Majestät". Der Ehe der Urgroßeltern waren 2 Söhne, Isak und Heinrich und eine Tochter Julie (Gudullah) geschenkt, die alle in Sittard geboren wurden. Die Mutter starb zuerst. Darauf zog der Vater mit seinen beiden Kindern nach Schwanenberg, wo sich inzwischen sein Sohn Isak verheiratet hatte. Sie wohnten in gemeinsamen Haushalt. Lambert Leyens wurde 85 Jahre alt. Bis zuletzt hatte er einem aufrechten Gang. Er stand lange vor dem Spiegel um in militärischer Weise - eine Tolle vor den Ohren wie der alte Kaiser Wilhelm - seine langes Haar zu kämmen und zu bürsten, bis es die richtige Lage hatte. Sein Bruder Heinrich machte sich später in Grambusch bei Schwanenberg ansässig. Enkelkinder von ihm leben heute noch in Wesel. Seine Schwester Gudula (Julie) starb früh in Schwanenberg als eine verwitwete Wolff. Überhaupt hat der größte Teil der Familienmitglieder bis dahin, nachweislich vom Beginn des 18 Jahrhunderts an, in Schwanenberg und dessen Nachbarorten, die wenige Minuten entfernt liegen, gewohnt. Schwanenberg war schon in Anfang des 19 Jahrhunderts eine verältnismäßig große Gemeinde. (Denkt man nur an die vielkopfige Familie Leyens). Hier durften die Juden sich schon früh frei bewegen und betätigen, wogegen in der Stadt Erkelenz keine Juden sich niederlassen konntn, vielweniger sich geschäftlich aufhalten durften. In Schwanenberg-Lentholt war- genau wie heute nochauch die Synagoge, die Mikwe und der Friedhof.

Nach diser kurzen Abschweifung kehre ich zur Familiengeschichte zurück, zum ältesten Sohn des Lambert, zu meinem Großvater Isak. 1823 war er in Sittard geboren und zog als erster von dort vort. Er war Metzger und Handelsmann dabei. In jungen Jahren war er Soldat in Koblenz. Er hat oft die Geschichte erzählt, wie er einmal vier Wochen Urlaub bekam. Zu Fuß mucte er in die Heimat wandern. Auf dem Urlaubs schein stand vermerkt, wieviel Kilometer er täglich marschieren sollte wo und bei wem er Nachtquartier bezog. Dies und das Essen war frei. Sechs Tage nur war er zuhause, dann mußte der Rückmarsch angetreten werden damit er zur rechten Zeit wieder in Koblenz eintraf. Großvater heiratete zweimal eine Kusine. das erste Mal die oben genannte Eva, die ihm sieben Kinder, darunter meine Mutter, schenkte. Als verheirateter Mann machte mein Großvater den badischen Aufstand im Landsturm mit. Als die Großmutter im Jahre 1864 starb-meine Mutter war gerade ein Jahr alt - hatte die Ehe 15 Jahre bestanden. Am 10 Januar 1866 nahm er eine andere Kusine Ester, Tochter des Onkels Abraham in Gerderhan, zur Frau. Beide Großmütter habe ich nicht gekannt, während ich die Brüdermir, wie oben schon erwähnt, als alte Männer noch gut vorstellen kann. Die Kinder der Großeltern waren: Albert, Leopold, Josef, Gottschalk, Josefine, Berta, Julie, Helene, Max. Die elletzten waren der zweiten Frau. Fine, Berta und Leopold haben nicht geheiratet. In den bisherigen Ahnenreihen waren alle Männer Metzger oder Handelsleute von Beruf. Unter den kindern der Großeltern sehe ich erstmalig eine Abweichung. Wahrscheinlich hatte der Geist der nachmendelssohnschen Epoche auch im Hause der Großeltern Einzug gehalten, die neuen Möglichkeiten in der Mitte des 19 Jahrhunderts für die Betätigung der Juden waren auch hier zukunftverheißend erkannt worden. Das Staunenswerte an dieser Tatsache ist besonders, daß die neuzeitlichen Ideen in einem verlassenen Erdenwinkel, der noch bis vor wenigen Jahren in jeder Hinsicht sein patriarchales. Dasein lebte, fernab vom Verkehr, schon Wurzel gesclagen hatten. Alle Knaben hatten die höhere Schule besucht. Selbst Albert und Gottschalk, die vor ihrer Verheiratung und Selbständigmachung im väterlichen geschäfte notwemdig gebraucht wurden, denn die Familie war ja groß. Der Dorfpastor hatte sie meistens in jungen Jahren schon vorgebildet; erst älter geworden traten sie dann den Weg zur Stadt schule an. Hier brauchten sie dann nicht mit der untersten Klasse anzufangen. So wurde Leopold auf dem Seminar zu Düsseldorf unter dem sel. Dr Plato zum Lehrer herangebildet. Josef wurde ein Fabrikant und Kaufmann, Max ein Bankbeamter. Die Familie besaß ein großes Haus mit Gärten und Weiden, die im Laufe der Zeit, wie die Familie sich zersplitterte, verkauft worden sind.